Alles andere als Stillstand!

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Jahreshauptversammlung des Turnvereins Königshofen

Königshofen. Über 70 Personen waren am Freitagabend zur Jahreshauptversammlung des Turnvereins Königshofen gekommen. Rund 1,5 Stunden lang hatten sie interessanten Berichten gelauscht. Von erfolgreichen Wettkampfturnerinnen und -turnern war da die Rede, von zahlreichen gesellschaftlichen Veranstaltungen, von Kosten für die Dachsanierung, Rekorden beim Sportabzeichen und neuen Angeboten. „Wenn man das alles hört, kann man wohl sagen: Beim TV Königshofen läuft's!“, fasste Bürgermeister-Stellvertreter Herbert Bieber, der wie Stadträtin Anja Günther zur Versammlung gekommen war, erfreut zusammen.

Was dahinter steht, einen fast 1.000 Mitglieder starken Verein am Laufen zu halten, war zuvor aber auch deutlich geworden. Und auch in Zukunft wird es nicht einfacher, so Vorsitzende Waltraud Grünewald: Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung macht auch vor dem TV nicht Halt und stellt das Ehrenamt mit zahlreichen Vorgaben vor große Aufgaben. Das Jugendamt des Landkreises fordert unterdessen von allen Vereinen, für seine Jugendtrainer ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis einzusehen. Ein großer bürokratischer Aufwand, der beim TV Königshofen mit Aktionen zum Thema Prävention flankiert werden soll.

Gerätturnen boom!

Doch auch sonst herrscht beim Turnverein Königshofen alles andere als Stillstand! Im Kinderbereich boomt vor allem das Gerätturnen. Hier müssen Anfragen zum Teil abgelehnt werden, weil die Gruppen schon heute zu groß sind. Dabei, so Oberturnwartin Gerlinde Hönig, stammen immer mehr Kinder aus umliegenden Orten und das Niveau, auf dem geturnt wird, nimmt stetig zu. Kein Wunder also, dass Hönig, genauso wie Oberturnwart Markus Engert, von vorderen Plätzen bei Gau- und Bezirksmeisterschaften berichten konnte. Auch die 26-köpfige Leichtathletik-Gruppe des Turnvereins war erfolgreich und konnte sogar einige Athleten zu Badischen Meisterschaften entsenden. Doch auch die Geselligkeit kam 2017 nicht zu kurz: Eine Beteiligung am Ferienprogramm der Stadt und am Messelauf stand genauso auf dem Programm wie der Besuch von Kinder- und Deutschem Turnfest.

Im Erwachsenenbereich hat der TV Königshofen sein Angebot weiter ausgebaut: In der Er-und-Sie-Gruppe am Donnerstagabend können Frauen und Männer gemeinsam Sport treiben. Generationenübergreifend wird es immer sonntags: Dann treffen sich ehemalige Turnerinnen und Turner sowie Quereinsteiger, um sich gemeinsam mit ihren Kindern an den Geräten auszuprobieren. Mit Eglis Krüger verfügt der Verein seit 2017 zudem über einen „Zumba-Instructor“. Der nächste Zuma-Kurs startet am 7. Mai. Am Freitagabend hat sich inzwischen eine Gruppe für Männer 25+ etabliert. Wie in allen neuen Gruppen freut man sich über zusätzliche Teilnehmer. „Doch natürlich stehen auch bewährte Angebote, etwa unser Jedermann-Turnen oder die Aerobic-Gruppe am Mittwochabend, jedem offen“, machten die Oberturnwarte klar.  Sie verwiesen  darauf, dass man im Erwachsenenbereich immer mehr mit Trainer-Teams arbeite: Das erleichtert es Übungsleitern, ein Ehrenamt zu übernehmen – und sorgt gleichzeitig für größtmögliche Abwechslung in der Stundengestaltung.„2018 feiern wir 50 Jahre Frauengymnastik“, informiert  Frauenwartin Martina Holler und kündigte für Juni einen großen Frauenausflug, für Oktober eine Jubiläumsfeier und für November einen Besuch der Turngala des Main-Neckar-Turngaues an.

Generationenübergreifendes Sportabzeichen

201 erfolgreiche Sportabzeichen-Prüfungen wurden 2017 beim TV Königshofen absolviert, vermeldete Irene Gerner. Das ist absolute Spitze im Sportkreis Tauberbischofsheim! Diesen Erfolg will man 2018 wiederholen. Los geht es mit dem wöchentlichen Sportabzeichen-Treff am Montag, 7. Mai, um 18 Uhr.  Ganze Familien sind aufgerufen, hier einmal vorbeizuschauen und die Fitness-Medaille generationenübergreifend zu erwerben.. „Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, die Zahl der Familien-Sportabzeichen zu erhöhen“, so Gerner.

„Wandern ist einfacher als Turnen. Wandern kann quasi jeder“, sagte Wanderwart Karlheinz Boger, als er auf 15 Touren im Jahr 2017 zurückblickte. Durchschnittlich zwölf Kilometer wurden pro „Normal-Tour“ zurückgelegt, zudem gab es Tageswanderungen. An Mitwanderern mangelte es selten – schließlich ist nicht einmal eine Vereinsmitgliedschaft erforderlich. Junge Menschen anzusprechen, sei aber schwierig, so Boger. Er verwies auch auf die 2018 anstehenden Wanderungen. Eine Übersicht kann im Download-Bereich heruntergeladen werden.

Immer mehr Spielgemeinschaften nötig

Auf den Bereich Handball blickte Grünewalds Co-Vorsitzender Martin Frank. Hier waren die Jubiläumsveranstaltungen „50 Jahre Handball beim TV – 20 Jahre HG Königshofen/Sachsenflur“ ein voller Erfolg. Auch konnte das Männerteam die Meisterschaft gewinnen. Im Jugendbereich, so Frank, müsse man aber immer mehr Spielgemeinschaften bilden: „Die Bereitschaft von Kindern und Eltern, jede Woche für den Spielbetrieb zur Verfügung zu stehen, nimmt leider ab.“ Dass es dennoch Jugendliche gibt, die sich im Verein engagieren wollen, machte der Bericht von Christoph Brandt deutlich, der die Aktivitäten des Jugendvorstandes Revue passieren lies – und zur traditionellen Vatertagswanderung am 10. Mai, 10 Uhr, einlud.

Eine einwandfreie Kassenführung bescheinigten Bruno und Hugo Imhof der Kassenwartin Marianne Boger. Sie hatte zuvor auf ein Jahr zurückgeblickt, das von der einer Großinvestition bestimmt wurde: der Sanierung des Hallendachs. Zur Finanzierung trugen verschiedene Spenden sowie der Zuschusses der Stadt Lauda-Königshofen sowie die noch ausstehende Förderung des Badischen Sportbundes Nord bei.

Anerkennende Worte sprach Bürgermeister-Stellvertreter Herbert Bieber: „Euer Angebot kann es mit jedem Fitnessstudio aufnehmen.“ Der große Unterschied sei nur der Mitgliedsbeitrag! Das, so Bieber, müsse man regelmäßig auch den Mitgliedern und der Öffentlichkeit deutlich machen. Die Stadt sehe er in der Pflicht, einen solchen Verein  zu unterstützen – etwa wie jetzt beim Hallendach. Den Mitgliedern empfahl er die Entlastung des Vorstandes. Sie wurde einstimmig erteilt.

Mit Ehrungen des Main-Neckar-Turngaus und des Vereins für ehrenamtliche Mitarbeiter sowie der Würdigung langjähriger Mitglieder klang die Versammlung aus. Den passenden Schlusssatz dazu lieferte das gemeinsam gesungen Lied „Turner auf zum Streite“. Darin heißt es: „Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit.“ Dass dies beim TV Königshofen gelingt, hatte diese Jahreshauptversammlung mal wieder gezeigt!

 

Der Turnverein zeichnete langjährige Mitglieder aus Ehrung für langjährige Mitgliedschaft:

25 Jahre: Christoph Breuner, Jutta Breuner, Daniel Gerstenlauer, Peter Holler, Florian Rödl, Otto Speth, Eva Vogel, Fritz Wiener, Karlheinz Wild.

40 Jahre: Wolfgang Hofmann, Tanja Kaspar, Stefan Lesch, Anita Ott, Jochen Ott, Alexander Schad, Silke Schad, Christoph Waniek, Bernd Weckesser.

50 Jahre: Helmut Lansche, Karl Michelbach, Theo Mohr.

60 Jahre: Willi Spiller