Jugendfreizeiten

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Lagerfeuer-Romantik

Einige Tage in der freien Natur, ohne darauf zu achten, ob die Zähne geputzt, die Ohren gewaschen oder Haare gekämmt sind, wollten die 30 Buben beim ersten Zeltlager des Turnvereins genießen. Die Anregung hierfür kam von Alfred Kerner der 1969 dieses Lager in Luisgarde bei Bernsfelden auch leitete. Für das leibliche Wohlergehen sorgte „Chefkoch“ Leo Schad, angereist wurde mit dem Fahrrad.

Da das Zeltlager großen Anklang fand, entschloss sich der Verein weiterhin Jugendfreizeiten durchzuführen. 1970 durften Buben und Mädchen sechs Tage „Abenteuer pur“ in Horrenbach bei Krautheim erleben. Unter keinem guten Stern stand das Zeltlager 1971 am Hollenbacher See bei Herbsthausen. Ein riesiges Unwetter zog auf und riss die Zelte aus ihren Verankerungen. Noch in der gleichen Nacht musste das Lager abgebrochen und die Kinder zurück nach Königshofen in die Turnhalle gebracht werden. Doch dies hielt die Verantwortlichen nicht davon ab, im nächsten Jahr wieder eine Freizeit durchzuführen. Von jetzt an lag die Lagerleitung in den bewährten Händen von Inge und Willi Ott.

Die Auswahl der Zeltplätze wurde danach getroffen, ob ein Bach, ein Waldstück und eine große Wiese zur Verfügung standen. Der Bach zum Kühlen der Lebensmittel und Getränke, das Waldstück zum Sammeln von Holz für das Lagerfeuer und die Wiese zum Spielen und Toben und natürlich für die kleine Zeltstadt. Sanitäre Anlagen waren meist nicht vorhanden, der gute, alte „Donnerbalken“ diente als stilles Örtchen, gewaschen wurde am Bach! Mit den Kindern wurde gebastelt, gewandert und ein Ausfug durchgeführt. Am Abend traf man sich am Lagerfeuer und ließ den Tag ausklingen. Der Feldgottesdienst war ebenfalls fester Bestandteil dieser Zeltlager. Sicherlich erinnern sich noch einige an die Nachtwanderungen als es auf „Elwetrischerle“-Fang ging. Ausgestattet mit einer großen, roten Lampe und einem Sack versuchten die Kinder diese seltsamen Tiere anzulocken und zu fangen.

1981 übernahmen Hilde Spiller und Helmut Lansche die Lagerleitung. Von 1982 bis 1992 organisierten Lissy Lindinger und Hilde Spiller gemeinsam die Jugendfreizeiten. Neben dem TV-Zeltlager wurde bis 1982 auch von der DRLG Königshofen ein Zeltlager angeboten. Aufgrund der rückläufgen Teilnehmerzahlen einigten sich die beiden Vereine, diese Freizeit im zweijährigen Rhythmus anzubieten. Als im Juni 1984 die große Flutkatastrophe die Gemeinden Königheim, Kupprichhausen und Lengenrieden verwüstete, war sich der Turnverein einig, für die Kinder aus diesen Orten einen kostenlosen Zeltlageraufenthalt anzubieten.

Bereits in den 70er Jahren gehörte Waltraud Grünewald einige Jahre zum Betreuerteam, bis sie 1994 die Lagerleitung übernahm und die Zelte in Winzen hofen an der Jagst aufgestellt wurden. Von nun an wurden auch die Freizeiten unter Themen gestellt wie „Asterix und Obelix“, „Im Tal der Indianer“, „Olympiade einst und heute“ oder „Zirkus Kunterbunt“. Entsprechend dazu gab es die Bastelarbeiten und die Vorführungen am Ende eines jeden Zeltlagers. Um diese Freizeiten durchführen zu können, ist stets ein gut funktionierendes Betreuerteam notwendig, denn schließlich sind Tischtennis-, Fußballund Indiaca-Turniere vorzubereiten. Zahnputz-Party und Geschicklichkeitsstaffeln dürfen eben falls nicht fehlen. Zu den wichtigsten Personen des Teams gehört die „Küchenmannschaft“, denn sie sorgt dafür, dass täglich etwas auf den Tisch kommt. Und dies ist keine leichte Aufgabe, denn immerhin waren meist 80 bis 90 Personen zu versorgen. So müssen bereits in den frühen Morgenstunden 240 Scheiben Brot mit Marmelade und Nutella bestrichen werden, sowie 10 Liter Kaba und ein riesiger Pott Tee gekocht werden. Kaum ist das Frühstück vorbei, geht es an die Vorbereitung für das Mittagessen: hier sind Spaghetti, Fischstäbchen, Schnitzel und Bubespitzle der Renner. Für die kleinen Schleckermäuler darf der tägliche Nachtisch auch nicht fehlen, was immer wieder eine Herausforderung ist, denn schließlich stehen nur einfache Hilfsmittel zur Verfügung. Mit Hanna Walz, Loni Waniek, Roswitha Merz, Sabine Sack und Maria Gibbs kam beim Turnverein immer etwas Leckeres auf den Tisch. Auch heute sind diese Freizeiten noch sehr gefragt. Meist nehmen 60 bis 65 Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren daran teil. In Zusammenarbeit mit dem Jugendvorstand wird dieses Ferienerlebnis sicherlich noch lange angeboten werden.