Fasching

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„Schnocke voran“- närrisches Treiben im Verein

Im Turnverein verstand man schon immer Fasching zu feiern. Nach mündlichen Überlieferungen hat alles im Jahre 1921 im Gasthaus „Zum Löwen“ angefangen. Friedrich Beck gehörte zu dem Personenkreis der den Lumpenball ins Leben rief. Schon damals wurden die besten Masken mit Sachund Geldpreisen prämiert, was stets ein großer Anreiz für die närrischen Besucher war. Bedauerlich ist, dass durch die Wirren des zweiten Weltkrieges leider heute keine Unterlagen mehr vorliegen. Bereits 1951 wurde die Musikkapelle Königshofen mit einer Gage von 48,20 DM für den Lumpenball engagiert. Über all die Jahre erfreut sich diese Veranstaltung großer Resonanz. Der Einfallsreichtum der Maskengruppen kannte keine Grenzen – vom Zigeunerwagen, über die Altweibermühle, „Grüne Männchen vom anderen Stern“ bis hin zu „Glücksschweinchen“ und „Hexen“ gab es alles zu sehen. Der Turnverein Königshofen hat diese Vielfalt auch stets belohnt. So gewann 1967 eine Gruppe aus Wenkheim den Hauptpreis – ein „Gogo-Mobil“. Für den richtigen Sound sorgten in den 60iger und 70iger Jahren Musikbands wie „Selectteam“ und „Rocky boys“. 1984 verpfichtete der Verein die Band „German Hofmann“ bekannt aus Funk und Fernsehen. Heute ist der Königshöfer Lumpenball, mit den Bands „Starlights“ und „BBB-liveBand“ ein fester Begriff im Faschingskalender unserer Region und wird gerne von der Jugend und jung Gebliebenen besucht. Etwas gemütlicher ging es beim traditionellen Turnerball, der in den zwanziger Jahren ein reiner Maskenball war, zu. Es wurde getanzt, gelacht und geschunkelt und dennoch galt der Zuspruch mehr anderen Veranstaltungen. Immer wieder versuchte man diese Tanzveranstaltung zu beleben. Dies gelang erst als man den Abend im Jahre 1968 unter das Motto „Wenn Poldi ins Manöver zieht“ stellte. Als junge Rekruten marschierte die neu gegründete Frauengymnastikgruppe auf und begeisterte die Besucher. Ein Zeichen war gesetzt – jedes Jahr wurde ein neues Thema ausgesucht und in turnerischen Vorführungen umgesetzt. Ob „Toll trieben es die alten Römer“, „Ein Münchner im Himmel“ oder „Ein Frühling in Japanien“ es war immer etwas geboten. Bedingt durch den Turnhallenumbau zog man 1987 mit dem TV-Ball unter dem Motto „Unter der roten Laterne von St. Pauli“ in die Tauber-Franken-Halle um. Bis in die frühen Morgenstunden fühlten sich die Besucher augenscheinlich recht wohl, denn ähnlich wie in Hamburg mussten die letzten Gäste regelrecht herausgefegt werden. Zu den Vorführungen der Frauengruppe kamen die Jedermänner mit ihren tollen Aktionen hinzu. Auch die Jugend trug stets mit einem Beitrag zum Gelingen des Faschingsabends bei. Mit den Showtänzen der Aerobic-Gruppe wird das Programm abgerundet. Bis heute hat der Turnerball, als einziger Faschingsball in Königshofen, „überlebt“. Obwohl der Zuspruch gegenüber den Veranstaltungen der 90iger Jahren nachgelassen hat, wird noch immer gerne an diesem Abend mit bunten Kostümen getanzt und ausgelassen gefeiert – und dies soll weiterhin so bleiben. Wie die Alten so die Jungen! Auch die TVKinder feiern gerne in der Faschingszeit und so gab es lange Jahre einen „Kinderball“ am Faschingsdienstag in der Turnhalle. Heute veranstalten die einzelnen Gruppen ein „Faschingsturnen“ und der TV-Jugendvorstand lädt alle Kids von Turnen und Handball zu einer Fete ein. Ein besonderes Highlight ist hier der Auftritt von Clown Mona, der stets die Lacher auf seiner Seite hat. Mit Spielen wie „Mohrenkopf-Wettessen“ oder „Findet der Löffel seinen Weg“ kommt keine Langeweile auf. Natürlich dürfen die aktuellen Songs und Hits nicht fehlen.